21. Mai 2026
Wie entstehen nachhaltige Rechenzentren?
Wie entstehen nachhaltige Rechenzentren? – Über diese Frage haben mein Kollege Alaa Alhamwi und ich heute mit Julian Bothe von AlgorithmWatch, Anne Weisemann von Cloud&Heat und Max Schulze von Leitmotiv bei einem Parlamentarischen Frühstück im Bundestag diskutiert.

Dabei wurde klar: Katherina Reiches Pläne zur Abschwächung von Effizienzvorgaben im Energieeffizienzgesetz gehen genau in die falsche Richtung:
- Weniger verfügbare Energie: Ineffiziente Rechenzentren verschwenden dringend benötigte Energie. Wenn Effizienzvorgaben abgeschwächt werden, sinkt die insgesamt verfügbare IT-Leistung, da mehr Strom für Gebäudetechnik aufgewendet wird.
- Höhere Kosten: Mehr als 50% des deutschen Rechenzentrumsmarkts sind Colocation-Rechenzentren. Kunden mieten hier Rechenleistung von einem Betreiber. Je ineffizienter das Rechenzentrum, desto höher die Kosten für die Kunden (= die deutsche Wirtschaft)

- Verfehlung europäischer Vorgaben: die Forderung, Effizienzvorgaben auf ein „europäisches Mindestmaß“ zurückzuführen, geht an der Realität vorbei: die europäische Energieeffizienz-Richtlinie gibt den Mitgliedstaaten Effizienz-Ziele vor. Deutschland kann seine Vorgaben schon jetzt nicht einhalten. Eine Absenkung verschlimmert die Lage.
- Fehlanreize bei der Abwärme: Geplante Ausnahmen bei der Abwärmenutzung (Verpflichtung entfällt, wenn innerhalb von 5 Km kein Abnehmer) und die Freiwilligkeit der Eintragung ins Abwärmeregister setzen Fehlanreize. Dabei brauchen wir dringend ein besseres Match Making. Abwärmenutzung muss ein Kriterium bei der Standortwahl sein.
- Ohne Transparenz geht es nicht: Reiche will den Rechenzentrumsbetreibern einen Blanko-Check für die Zurückhaltung von Kennzahlen geben. Ein zielgerichteter Ausbau von Rechenleistung in Deutschland braucht eine solide Datenbasis. Nur so werden Ressourcen effizient eingesetzt und die Akzeptanz der Bevölkerung gewährleistet.

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