6. März 2026

Sichere Soziale Medien zum Standard machen

Wir verbringen im Durchschnitt 2 Stunden täglich auf Social Media. Aber haben wir dort wirklich eine gute Zeit, eine soziale Zeit?
Wenn es gut läuft, dann fühlt es sich an wie ein fröhliches Kaffeetrinken, wie ein Austausch mit guten Freundinnen und Freunden, wie eine schöne Inspirationsquelle. Wir lernen etwas Neues. Wir sehen etwas Schönes. Wir führen eine faire Diskussion über Politik, basierend auf Fakten und Respekt.

Aber meistens fühlt es sich leider anders an. Dann fühlt es sich an wie eine grelle Spielhölle. Überall blinkt es, es ist laut, der Feed ist wie ein einarmiger Bandit – noch ein Klick, und dann gibt es den Gewinn. Oder es fühlt sich an wie eine nervige Dauerwerbesendung aus der Hölle, die unsere Ängste verstärkt.

Soziale Medien fühlen sich heute oft wie eine manipulative Propagandaschleuder an. Einzelne Männer wie Elon Musk entscheiden, was wir angezeigt bekommen. Das hat mit Demokratie wenig zu tun. Es ist eine Form von Meinungsdiktatur. Diese Sozialen Medien sind nicht sozial.

Dazu habe ich in meiner Rede im Bundestag gesprochen.

Wenn Plattformen unsere Debatte steuern

Soziale Medien spalten unsere Gesellschaft, statt uns zusammenzubringen. Sie stellen uns unter die Kontrolle einzelner reicher Männer, statt eine demokratische Debatte zu ermöglichen.

Wollen wir wirklich einen großen Teil unseres Lebens so verbringen?

Wollen wir, dass unsere Kinder und Jugendlichen so aufwachsen?

Ich will das nicht und die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland will das auch nicht.

Standardeinstellungen ändern

Öffnen wir heute eine Social-Media-App, sehen wir das, was Plattformbetreiber wie Elon Musk und Co. für uns auswählen. Wir werden zum Spielball ihrer politischen Interessen und ihrer Profitgier.

Das müssen wir vom Kopf auf die Füße stellen:

  • Jugendschutz muss zum Standard werden.
  • Sicherheit muss zum Standard werden.
  • Selbstbestimmung muss zum Standard werden.

Die Manipulation durch Big Tech muss ein Ende haben. Wir brauchen sichere Soziale Medien für alle.

Wie sichere Soziale Medien aussehen können

Soziale Medien können ganz anders funktionieren. Aus der grellen Spielhölle kann ein Ort werden, der zu einem fröhlichen digitalen Kaffeeklatsch einlädt:

  • Kein Endlos-Scrolling mehr, das süchtig macht.
  • Keine Möglichkeiten für Unbekannte, Kinder und Jugendliche zu kontaktieren.

Aus der nervigen Dauerwerbesendung kann eine Inspirationsquelle werden:

  • Werbelimit von 15 bis 20 Prozent, ähnlich wie im Fernsehen.
  • Als Standard sehen wir nur Inhalte, die wir selbst ausgewählt haben.

Aus der manipulativen Propagandaschleuder kann wieder eine faire politische Debatte werden:

  • Keine Bots.
  • Keine Fake Accounts.

Statt von Big-Tech-Konzernen manipuliert zu werden, bestimmen wir wieder selbst, was wir sehen wollen.

Was jetzt zu tun ist

Es braucht klare Regeln! Ein Beispiel: Artikel 35 des europäischen Digital Services Act erlaubt es, süchtigmachende Algorithmen zu verbieten. Dieses Instrument muss die EU-Kommission endlich konsequent anwenden. Dafür muss sich die Bundesregierung laut und deutlich einsetzen.

Demokratische Plattformen fördern. Soziale Medien sind längst öffentliche Räume. Deshalb brauchen sie demokratische Spielregeln, statt der Meinungsdiktatur von Big Tech.

Sichere soziale Medien als Standard für alle, dafür setze ich mich weiter ein.